Gynäkologie & Geburtshilfe
Blutgruppenunverträglichkeit : Diagnose
Morbus haemolyticus neonatorum
Definition, Pathogenese
Immunologische Reaktion der Schwangeren auf diaplazentar übergetretene Blutgruppenantigene der Frucht. Die durch die Mutter gebildeten Immun-Antikörper (IgG) gehen durch die Plazenta auf das Kind über und führen hier zur Hämolyse.
Als nachfolgende Erkrankungen sind beim Neugeborenen bekannt:
- Anaemia connata
- Icterus praecox et gravis (mit der Gefahr des Kernikterus)
- Hydrops fetus universalis
Antigen
Jede vom Vater auf das Kind vererbte, bei der Mutter fehlende Blutgruppensubstanz (heterospezifische Schwangerschaft).
Pathogenetisch wichtigste Antigene: D (Rh+); seltener c, A, B, aber auch alle anderen Blutgruppenantigene (in letzter Zeit relative Zunahme von Inkompatibilitätsfällen durch Antigene außerhalb des Rh-Systems). Obwohl mehr als 20% der Schwangerschaften AB0-inkompatibel sind, wird ein M. haemolyticus neonatorum nur selten bei AB0-Inkompatibilität beobachtet.
Gefährdete Schwangere
Diagnostik
Blutgruppenbestimmung
AB0- und Rh-Bestimmung bei jeder Schwangeren in der ersten Hälfte der Gravidität
bei Rh-negativen Schwangeren
- Rh-Kontrolle des Ehemanns (bei Rh-Negativität, d.h. homospezifischer Schwangerschaft, keine Gefährdung des Kindes)
- AB0-Kontrolle des Ehemannes (bei AB0-Differenz bei den Ehepartnern verminderte Sensibilisierungsgefahr im Rh-System)
- Antikörperkontrolle bei der Schwangeren (Antikörpersuchtest): qualitativ durch indirekten Race-Coombs-Test und quantitativ in Form der Titerbestimmung
Gefährdung des Kindes ist zu erwarten
- bei Rh-negativen Schwangeren mit Rh-positivem Ehemann
- bei AB0-Übereinstimmung der Ehepartner
- bei positivem Antikörperbefund
- bei anamnestischer Angabe eines M. haemolyticus neonatorum
Inkompatible Schwangerschaft
Diagnostik und Behandlung
Sie werden von der Anamnese, dem Titerwert, dem Zeitpunkt der Schwangerschaft und schließlich dem Ergebnis der spektrophotometrischen Fruchtwasserkontrolle durch die Amniozentese mit Bestimmung des D E 450-Wertes bestimmt. Bei nachgewiesener Sensibilisierung (positiver Antikörperbefund) wird das weitere Vorgehen zunächst von dem Ergebnis der spektrophotometrischen Fruchtwasserkontrolle abhängig gemacht (Therapie). Bei Rh-negativen Feten intrauterine Sensibilisierung durch die Rh-positive Mutter möglich. Über spätere Graviditäten ist bisher nichts bekannt.
Letztes Update:25 Februar, 2009 - 14:23








